Einmal im Jahr erhalten die meisten Mieterinnen und Mieter in Deutschland ihre Betriebskostenabrechnung, in der Vermieterinnen und Vermieter die tatsächlich angefallenen umlagefähigen Kosten mit den geleisteten Vorauszahlungen verrechnen. Studien von Mietervereinen deuten seit Jahren darauf hin, dass ein erheblicher Teil der Abrechnungen Fehler enthält, weshalb sich eine sorgfältige Prüfung häufig finanziell lohnt.
Formale Anforderungen an die Abrechnung
Eine ordnungsgemäße Betriebskostenabrechnung muss übersichtlich gegliedert sein, die Gesamtkosten je Kostenart ausweisen, den zugrunde gelegten Verteilerschlüssel nennen und den auf die jeweilige Mietpartei entfallenden Anteil sowie die geleisteten Vorauszahlungen klar erkennen lassen. Vermieter müssen die Abrechnung innerhalb einer gesetzlich vorgegebenen Frist nach Ende des Abrechnungszeitraums zustellen, andernfalls können Nachforderungen unter Umständen ausgeschlossen sein.
Häufige Fehlerquellen
Zu den häufigsten Fehlern zählen falsch angesetzte Verteilerschlüssel, die Umlage nicht umlagefähiger Kosten wie Verwaltungskosten oder Reparaturen sowie fehlerhafte Wohnflächenangaben, die sich unmittelbar auf den Kostenanteil der einzelnen Mietparteien auswirken. Auch doppelt abgerechnete Positionen oder falsch übertragene Zählerstände kommen in der Praxis immer wieder vor und können bei genauer Prüfung auffallen.
- Verteilerschlüssel und Wohnflächenangaben prüfen
- Nicht umlagefähige Kosten wie Verwaltungskosten identifizieren
- Vorauszahlungen mit eigenen Kontoauszügen abgleichen
- Belegeinsicht beim Vermieter einfordern
- Fristen für Einwände und Nachzahlungen beachten
Recht auf Belegeinsicht nutzen
Mieterinnen und Mieter haben das gesetzlich verankerte Recht, die der Abrechnung zugrunde liegenden Belege beim Vermieter einzusehen, um die Plausibilität der abgerechneten Kosten zu überprüfen. Diese Einsicht sollte insbesondere bei ungewöhnlich hohen Nachforderungen oder deutlichen Kostensteigerungen im Vergleich zum Vorjahr genutzt werden, um mögliche Fehler frühzeitig zu erkennen und begründete Einwände zu formulieren.
„Wer seine Betriebskostenabrechnung nicht prüft, verschenkt häufig bares Geld, denn Fehler in Abrechnungen sind keine Seltenheit.“— Deutscher Mieterbund
Fristen für Einwände beachten
Mieterinnen und Mieter haben nach Zugang der Abrechnung eine gesetzliche Frist, um Einwände geltend zu machen. Wer Zweifel an der Korrektheit einer Abrechnung hat, sollte diese Frist im Blick behalten und schriftlich sowie möglichst konkret begründet widersprechen. Im Zweifel empfiehlt sich die Beratung durch einen Mieterverein oder eine auf Mietrecht spezialisierte Rechtsberatung, um die eigenen Ansprüche fundiert durchzusetzen.



