Dienstag, 04. August 2026

Förderung & Steuern

Grunderwerbsteuer 2026: So unterschiedlich sind die Bundesländer

Die Grunderwerbsteuer gehört zu den größten Nebenkosten beim Immobilienkauf. Ein aktueller Überblick über die Unterschiede zwischen den Bundesländern.

TB

Von Thomas Brandner

Redakteur Förderung & Finanzierung · ImmoKompass · · 6 Min. Lesezeit

Deutschlandkarte mit Symbolen für Häuser in verschiedenen Regionen
Deutschlandkarte mit Symbolen für Häuser in verschiedenen Regionen

Beim Kauf einer Immobilie gehört die Grunderwerbsteuer zu den größten einmaligen Nebenkosten, die Käuferinnen und Käufer zusätzlich zum Kaufpreis einplanen müssen. Da die Bundesländer den Steuersatz seit der Föderalismusreform eigenständig festlegen können, ergeben sich teils erhebliche Unterschiede zwischen den Regionen, die bei der Budgetplanung nicht unterschätzt werden sollten.

Warum die Sätze so unterschiedlich sind

Seit die Länder die Höhe der Grunderwerbsteuer eigenständig bestimmen dürfen, haben viele von ihnen den Satz im Vergleich zum ursprünglichen bundeseinheitlichen Niveau angehoben, um zusätzliche Einnahmen zu generieren. Die konkrete Höhe variiert dabei je nach Bundesland spürbar, sodass sich allein durch den Wohnort erhebliche Unterschiede bei den Kaufnebenkosten ergeben können, selbst wenn der Kaufpreis der Immobilie identisch wäre.

Auswirkungen auf die Gesamtkalkulation

Neben der Grunderwerbsteuer fallen beim Immobilienkauf üblicherweise weitere Nebenkosten an, etwa für Notar, Grundbucheintrag und gegebenenfalls Maklerprovision. In Summe können sich die Erwerbsnebenkosten je nach Bundesland und Konstellation auf einen spürbaren Anteil des Kaufpreises belaufen. Wer seine Finanzierung plant, sollte diese Kosten stets vollständig aus Eigenkapital abdecken, da sie in der Regel nicht über den klassischen Immobilienkredit mitfinanziert werden.

  • Grunderwerbsteuersatz des jeweiligen Bundeslandes vorab recherchieren
  • Notarkosten und Grundbuchgebühren einkalkulieren
  • Maklerprovision und deren Aufteilung klären
  • Nebenkosten grundsätzlich aus Eigenkapital finanzieren
  • Mögliche Ausnahmen bei Übertragungen innerhalb der Familie prüfen
KaufpreisNiedrigerer SatzHöherer Satz
300.000 Eurogeringere Steuerlastspürbar höhere Steuerlast
500.000 Eurogeringere Steuerlastdeutlich höhere Steuerlast
Vereinfachte Beispielrechnung bei unterschiedlichen Steuersätzen
Die Grunderwerbsteuer wird bei der Budgetplanung häufig unterschätzt, obwohl sie einen der größten Einzelposten unter den Kaufnebenkosten darstellt.Notariat, Fachberatung Immobilienrecht

Praktische Empfehlung für Käufer

Wer eine Immobilie in einem anderen Bundesland als dem eigenen Wohnsitz kauft, etwa wegen eines Umzugs, sollte sich frühzeitig über den dort geltenden Steuersatz informieren, um keine böse Überraschung bei der Finanzierungsplanung zu erleben. Auch mögliche Ausnahmeregelungen, etwa bei Erwerb zwischen nahen Verwandten, können im Einzelfall relevant sein und sollten mit einem Steuerberater oder Notar besprochen werden.

Das Wichtigste in Kürze
  • Beim Kauf einer Immobilie gehört die Grunderwerbsteuer zu den größten einmaligen Nebenkosten, die Käuferinnen und Käufer zusätzlich zum Kaufpreis einplanen müssen.
  • Seit die Länder die Höhe der Grunderwerbsteuer eigenständig bestimmen dürfen, haben viele von ihnen den Satz im Vergleich zum ursprünglichen bundeseinheitlichen Niveau angehoben, um zusätzliche Einnahmen zu generieren.
  • Neben der Grunderwerbsteuer fallen beim Immobilienkauf üblicherweise weitere Nebenkosten an, etwa für Notar, Grundbucheintrag und gegebenenfalls Maklerprovision.

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Hinweis der Redaktion

Dieser Beitrag wurde von der ImmoKompass-Redaktion nach bestem Wissen recherchiert und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Angaben beziehen sich – soweit nicht anders gekennzeichnet – auf die Rechtslage im Euroraum bzw. in Deutschland zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Wesentliche Aktualisierungen kennzeichnen wir mit einem Bearbeitungsdatum.

Häufige Fragen

Warum ist die Grunderwerbsteuer nicht bundesweit einheitlich?

Weil die Bundesländer seit einer Gesetzesänderung den Steuersatz eigenständig festlegen dürfen, was zu unterschiedlichen Sätzen im Bundesgebiet geführt hat.

Lässt sich die Grunderwerbsteuer über den Kredit mitfinanzieren?

In der Regel nicht ohne weiteres, da Banken Kaufnebenkosten meist aus Eigenkapital erwarten und diese seltener in die Beleihung einbeziehen.

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