Dienstag, 04. August 2026

Förderung & Steuern

Grunderwerbsteuer und Kaufnebenkosten: Was beim Immobilienkauf wirklich anfällt

Neben dem Kaufpreis fallen beim Immobilienkauf erhebliche Nebenkosten an. Ein Überblick über Grunderwerbsteuer je Bundesland, Notar- und Maklerkosten.

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Von Felix Brandner

Redakteur Förderung & Steuern · ImmoKompass · · aktualisiert am 27. April 2026 · 8 Min. Lesezeit

Notar unterzeichnet einen Immobilienkaufvertrag, Hausschlüssel liegen auf dem Tisch
Notar unterzeichnet einen Immobilienkaufvertrag, Hausschlüssel liegen auf dem Tisch

Der Kaufpreis einer Immobilie ist nur ein Teil der Gesamtinvestition. Wer eine Wohnung oder ein Haus erwirbt, muss zusätzlich mit Kaufnebenkosten rechnen, die je nach Bundesland und Kaufpreis erheblich ins Gewicht fallen können. Zu den wichtigsten Posten zählen die Grunderwerbsteuer, die Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls die Maklerprovision.

Die Grunderwerbsteuer im Bundesländervergleich

Die Grunderwerbsteuer wird von den Bundesländern festgesetzt und variiert entsprechend deutlich. Während einige Bundesländer einen vergleichsweise niedrigen Satz erheben, liegen andere spürbar höher. Käufer sollten sich vor der Kaufentscheidung über den in ihrem Bundesland geltenden Satz informieren, da dieser direkt auf den beurkundeten Kaufpreis angewendet wird und damit einen der größten Nebenkostenposten darstellt.

Notar- und Grundbuchkosten

Der Kaufvertrag für eine Immobilie muss notariell beurkundet werden. Die dafür anfallenden Notarkosten sowie die Gebühren für die Eintragung ins Grundbuch orientieren sich am Kaufpreis und liegen in der Praxis üblicherweise bei rund 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises. Diese Kosten sind gesetzlich geregelt und daher bei allen Notaren weitgehend vergleichbar.

Maklerprovision und ihre Aufteilung

Seit der Reform der Maklerprovision wird diese bei Verkauf von Wohnimmobilien an Privatpersonen in der Regel zwischen Käufer und Verkäufer geteilt, sofern beide Seiten den Makler beauftragt haben oder eine entsprechende Vereinbarung getroffen wurde. Die Höhe der Provision ist grundsätzlich frei verhandelbar, orientiert sich in der Praxis aber häufig an regional üblichen Sätzen.

  • Grunderwerbsteuer je nach Bundesland unterschiedlich hoch
  • Notar- und Grundbuchkosten meist bei rund 1,5–2 % des Kaufpreises
  • Maklerprovision häufig zwischen Käufer und Verkäufer geteilt
  • Gutachterkosten bei Bedarf zusätzlich einplanen
  • Insgesamt oft 8–12 % des Kaufpreises an Nebenkosten realistisch
PostenTypischer Anteil am Kaufpreis
Grunderwerbsteuerje nach Bundesland unterschiedlich
Notar- und Grundbuchkostenrund 1,5–2 %
Maklerprovision (Käuferanteil)je nach Region und Vereinbarung
Sonstige Kosten (Gutachten etc.)individuell
Beispielhafte Struktur der Kaufnebenkosten

Warum Nebenkosten nicht mitfinanziert werden sollten

Banken finanzieren Kaufnebenkosten in der Regel nicht oder nur eingeschränkt über den regulären Immobilienkredit, da sie keinen bleibenden Sachwert darstellen. Wer die Nebenkosten dennoch über einen Kredit abdecken muss, sollte mit spürbar schlechteren Konditionen rechnen. Deshalb empfiehlt es sich, die Kaufnebenkosten möglichst vollständig aus Eigenkapital zu bestreiten.

Käuferinnen und Käufer sollten für Nebenkosten beim Immobilienerwerb je nach Bundesland und Maklerbeteiligung mit einem zweistelligen Prozentsatz des Kaufpreises rechnen.Statistisches Bundesamt

Eine realistische Kalkulation aller Nebenkosten gehört zu den wichtigsten Schritten vor dem Immobilienkauf. Wer diese Posten von Anfang an einplant, vermeidet finanzielle Engpässe kurz vor oder nach der Beurkundung und geht die Finanzierung mit einer verlässlichen Gesamtkostenbasis an.

Das Wichtigste in Kürze
  • Der Kaufpreis einer Immobilie ist nur ein Teil der Gesamtinvestition.
  • Die Grunderwerbsteuer wird von den Bundesländern festgesetzt und variiert entsprechend deutlich.
  • Der Kaufvertrag für eine Immobilie muss notariell beurkundet werden.
  • Banken finanzieren Kaufnebenkosten in der Regel nicht oder nur eingeschränkt über den regulären Immobilienkredit, da sie keinen bleibenden Sachwert darstellen.
  • Eine realistische Kalkulation aller Nebenkosten gehört zu den wichtigsten Schritten vor dem Immobilienkauf.

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Hinweis der Redaktion

Dieser Beitrag wurde von der ImmoKompass-Redaktion nach bestem Wissen recherchiert und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Angaben beziehen sich – soweit nicht anders gekennzeichnet – auf die Rechtslage im Euroraum bzw. in Deutschland zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Wesentliche Aktualisierungen kennzeichnen wir mit einem Bearbeitungsdatum.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Deutschland?

Sie wird von den Bundesländern festgelegt und variiert entsprechend. Ein Blick auf den aktuellen Satz des jeweiligen Bundeslandes vor dem Kauf ist unerlässlich.

Wer zahlt die Maklerprovision beim Immobilienkauf?

Bei Wohnimmobilien wird die Provision meist zwischen Käufer und Verkäufer geteilt, sofern beide Seiten den Makler beauftragt haben.

Sollten Kaufnebenkosten über den Immobilienkredit finanziert werden?

Das ist grundsätzlich nicht empfehlenswert, da Banken dafür meist schlechtere Konditionen ansetzen. Nebenkosten sollten möglichst aus Eigenkapital gedeckt werden.

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