Dienstag, 04. August 2026

Förderung & Steuern

Kaufnebenkosten realistisch kalkulieren

Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Makler: Wer den Immobilienkauf plant, sollte die Nebenkosten nicht unterschätzen. Ein Überblick über typische Größenordnungen.

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Von Sabine Wolter

Redakteurin Förderung & Steuern · ImmoKompass · · 8 Min. Lesezeit

Taschenrechner und Immobilienunterlagen mit Notizen zu Nebenkosten
Taschenrechner und Immobilienunterlagen mit Notizen zu Nebenkosten

Beim Immobilienkauf konzentrieren sich viele zunächst auf den Kaufpreis, doch die sogenannten Kaufnebenkosten machen einen erheblichen zusätzlichen Betrag aus, der bei der Finanzierungsplanung nicht fehlen darf. Je nach Bundesland und Objekt können diese Nebenkosten in Summe deutlich zweistellig in Prozent des Kaufpreises ausfallen. Wer sie unterschätzt, riskiert eine Finanzierungslücke kurz vor dem eigentlichen Eigentumserwerb.

Die wichtigsten Kostenbestandteile

Zu den zentralen Nebenkosten zählen die Grunderwerbsteuer, die je nach Bundesland unterschiedlich hoch ausfällt, die Notar- und Grundbuchkosten für die Beurkundung sowie die Eigentumsumschreibung und gegebenenfalls die Maklerprovision, sofern ein Makler eingeschaltet war. Hinzu können Kosten für ein Wertgutachten, eine Grundschuldbestellung oder eine technische Prüfung der Immobilie kommen, die je nach individueller Situation variieren.

  • Grunderwerbsteuer je nach Bundesland unterschiedlich hoch
  • Notarkosten für Beurkundung und Grundschuldbestellung
  • Grundbuchkosten für Eigentumsumschreibung
  • Maklerprovision, sofern ein Makler beteiligt ist
  • Gegebenenfalls Kosten für Gutachten oder Bausachverständige

Warum Eigenkapital für Nebenkosten wichtig ist

Viele Finanzierungsexperten empfehlen, die Kaufnebenkosten möglichst vollständig aus Eigenkapital zu bestreiten und nicht in die Kreditsumme einzurechnen, da diese Kosten keinen bleibenden Sachwert schaffen. Wer die Nebenkosten mitfinanziert, zahlt über die Kreditlaufzeit zusätzliche Zinsen auf einen Betrag, der sich nicht im Immobilienwert widerspiegelt. Eine solide Eigenkapitalbasis, die die Nebenkosten abdeckt, verbessert zudem häufig die angebotenen Zinskonditionen der Banken.

KostenartTypische Bandbreite
Grunderwerbsteuerca. 3,5 bis 6,5 Prozent des Kaufpreises
Notar- und Grundbuchkostenca. 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises
Maklerprovisionca. 3 bis 7 Prozent des Kaufpreises, meist geteilt
Beispielhafte Größenordnung der Kaufnebenkosten
Wer Kaufnebenkosten von Anfang an realistisch einplant, vermeidet böse Überraschungen in der finalen Finanzierungsphase.Verbraucherzentrale

Praktische Tipps zur Kalkulation

Für eine realistische Planung empfiehlt es sich, frühzeitig Angebote für Notar- und Grundbuchkosten sowie eine verbindliche Aussage zur Maklerprovision einzuholen. Auch die Grunderwerbsteuer des jeweiligen Bundeslandes sollte konkret recherchiert werden, da die Sätze bundesweit variieren. Wer alle Nebenkosten addiert und mit einem zusätzlichen Sicherheitspuffer versieht, geht mit einer deutlich realistischeren Finanzierungsgrundlage in die Bankgespräche.

Das Wichtigste in Kürze
  • Beim Immobilienkauf konzentrieren sich viele zunächst auf den Kaufpreis, doch die sogenannten Kaufnebenkosten machen einen erheblichen zusätzlichen Betrag aus, der bei der Finanzierungsplanung nicht fehlen darf.
  • Viele Finanzierungsexperten empfehlen, die Kaufnebenkosten möglichst vollständig aus Eigenkapital zu bestreiten und nicht in die Kreditsumme einzurechnen, da diese Kosten keinen bleibenden Sachwert schaffen.
  • Für eine realistische Planung empfiehlt es sich, frühzeitig Angebote für Notar- und Grundbuchkosten sowie eine verbindliche Aussage zur Maklerprovision einzuholen.

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Hinweis der Redaktion

Dieser Beitrag wurde von der ImmoKompass-Redaktion nach bestem Wissen recherchiert und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Angaben beziehen sich – soweit nicht anders gekennzeichnet – auf die Rechtslage im Euroraum bzw. in Deutschland zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Wesentliche Aktualisierungen kennzeichnen wir mit einem Bearbeitungsdatum.

Häufige Fragen

Wie hoch sind Kaufnebenkosten insgesamt ungefähr?

Je nach Bundesland, Maklerbeteiligung und individueller Situation liegen die gesamten Kaufnebenkosten häufig in einem Bereich von etwa acht bis fünfzehn Prozent des Kaufpreises.

Sollten Kaufnebenkosten mitfinanziert werden?

Davon wird meist abgeraten, da hierfür zusätzliche Zinsen anfallen, ohne dass ein bleibender Sachwert entsteht. Idealerweise werden sie aus Eigenkapital gedeckt.

Warum unterscheidet sich die Grunderwerbsteuer je nach Bundesland?

Die Bundesländer können den Steuersatz innerhalb eines gesetzlichen Rahmens selbst festlegen, weshalb es bundesweit unterschiedliche Sätze gibt.

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