Neben Photovoltaik zur Stromerzeugung gewinnt auch Solarthermie zur Wärmegewinnung weiterhin an Bedeutung, insbesondere in Kombination mit modernen Heizsystemen. Solarthermieanlagen nutzen Sonnenkollektoren, um Wasser direkt zu erwärmen, das entweder für die Warmwasserbereitung oder unterstützend für die Raumheizung genutzt wird. Für viele Eigentümerinnen und Eigentümer stellt sich die Frage, ob sich eine solche Anlage neben oder anstelle anderer erneuerbarer Systeme lohnt.
Funktionsweise einer Solarthermieanlage
Solarkollektoren auf dem Dach erwärmen ein Wärmeträgermedium, das die gewonnene Energie an einen Pufferspeicher weitergibt. Von dort wird die Wärme für die Warmwasserbereitung oder zur Unterstützung der Heizung genutzt. An sonnenreichen Tagen kann ein erheblicher Teil des Warmwasserbedarfs solar gedeckt werden, während in den Wintermonaten meist weiterhin die konventionelle Heizanlage den Großteil der Wärme liefern muss.
Kombination mit anderen Heizsystemen
Solarthermie eignet sich besonders gut als Ergänzung zu Systemen wie Gas- oder Pelletheizungen sowie in manchen Fällen auch in Kombination mit Wärmepumpen, wobei hier die technische Abstimmung sorgfältig geplant werden muss. Als alleinige Heizlösung ist Solarthermie in Deutschland aufgrund der Wetterabhängigkeit in der Regel nicht praktikabel, weshalb sie meist als unterstützendes Element in einem Gesamtsystem konzipiert wird.
- Solarthermie eignet sich gut zur Warmwasserunterstützung
- Heizungsunterstützung möglich, aber wetterabhängig begrenzt
- Kombination mit bestehenden Heizsystemen häufig sinnvoll
- Dachausrichtung und Dachneigung beeinflussen den Ertrag erheblich
- Wartung des Systems regelmäßig einplanen
Wirtschaftlichkeit realistisch bewerten
Die Wirtschaftlichkeit einer Solarthermieanlage hängt stark von der Dachausrichtung, dem Warmwasserbedarf des Haushalts und den vermiedenen Energiekosten ab. In sonnenreichen Lagen mit günstiger Dachausrichtung amortisiert sich die Investition häufig über einen mittelfristigen Zeitraum, während bei ungünstigen Bedingungen die Einsparungen geringer ausfallen können. Eine individuelle Beratung, die den konkreten Wärmebedarf und die baulichen Gegebenheiten berücksichtigt, ist deshalb ratsam.
„Solarthermie kann einen spürbaren Beitrag zur Warmwasserbereitung leisten, ersetzt aber in unseren Breiten in aller Regel keine vollwertige Heizlösung.“— Verbraucherzentrale Energieberatung
Förderung und Fazit
Für Solarthermieanlagen können unter bestimmten Voraussetzungen staatliche Förderprogramme in Anspruch genommen werden, insbesondere wenn sie im Zuge eines Heizungstauschs installiert werden. Wer sich für eine Anlage interessiert, sollte die aktuellen Förderbedingungen und regionale Zuschussmöglichkeiten frühzeitig prüfen, da sich Programme und Konditionen im Zeitverlauf ändern können.



