Traditionell gilt die Sommerzeit als ruhigere Phase am Immobilienmarkt: Viele Kaufinteressierte verschieben Besichtigungen und Vertragsabschlüsse in die Zeit nach den Sommerferien. Für den Juli 2026 berichten Maklerinnen und Makler in mehreren Regionen dennoch von einer überraschend stabilen Nachfrage, insbesondere bei energetisch guten Bestandsimmobilien und modernen Neubauten in gut angebundenen Lagen.
Regionale Unterschiede bleiben bestehen
Während in gefragten Metropolregionen wie München, Hamburg oder Stuttgart weiterhin ein knappes Angebot auf eine solide Nachfrage trifft, berichten Marktbeobachter aus strukturschwächeren ländlichen Regionen von längeren Vermarktungszeiten und teils sinkenden Angebotspreisen. Diese Zweiteilung des Marktes ist kein neues Phänomen, scheint sich im laufenden Sommer aber eher zu verstärken als abzuschwächen.
Neubau bleibt zurückhaltend
Die Neubauaktivität liegt vielerorts weiterhin unter dem Niveau, das für eine ausreichende Wohnraumversorgung als notwendig gilt. Hohe Baukosten, gestiegene Anforderungen an energetische Standards und in manchen Regionen lange Genehmigungsverfahren bremsen zusätzliche Fertigstellungen. Das knappe Neubauangebot stützt in gefragten Lagen tendenziell die Preise für Bestandsimmobilien, da diese für viele Käufer die realistischere Alternative darstellen.
- Nachfrage nach energieeffizienten Bestandsimmobilien bleibt hoch
- Neubauaktivität weiterhin unter dem als notwendig geltenden Niveau
- Regionale Preisentwicklung zunehmend gegensätzlich
- Vermarktungszeiten in ländlichen Regionen tendenziell länger
- Sommerpause verschiebt viele Abschlüsse in den Herbst
Käuferverhalten im Wandel
Auffällig ist laut mehreren Maklerbüros, dass Käuferinnen und Käufer inzwischen deutlich genauer kalkulieren als noch vor einigen Jahren. Energiekosten, Sanierungsbedarf und die zu erwartende monatliche Gesamtbelastung werden stärker in die Kaufentscheidung einbezogen. Objekte mit hohem Sanierungsstau lassen sich vielerorts nur noch mit spürbaren Preisabschlägen vermarkten, während top-sanierte oder neuwertige Immobilien weiterhin auf gute Nachfrage stoßen.
„Der Markt differenziert sich immer stärker zwischen gut sanierten und energetisch schwachen Objekten – ein einheitlicher Trend lässt sich kaum noch beschreiben.“— Maklerverband, Regionalvertretung
Ausblick auf den Herbst
Viele Marktteilnehmer erwarten, dass sich nach der Ferienzeit traditionell wieder mehr Bewegung am Markt zeigt, da dann sowohl das Angebot an Objekten als auch die Zahl der aktiven Kaufinteressierten üblicherweise steigt. Ob sich daraus ein spürbarer Preisimpuls ergibt, hängt maßgeblich von der weiteren Zinsentwicklung sowie der allgemeinen konjunkturellen Lage ab.



