Die gesetzlichen Neuerungen im Bereich der Wärmeversorgung belasten Vermieter künftig finanziell deutlich stärker als bislang angenommen. Eine aktuelle Untersuchung des Analysehauses Prognos, über die das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ berichtete, verdeutlicht das wachsende Kostenrisiko beim Weiterbetrieb von Gasheizungen unter den neuen rechtlichen Bedingungen.
Schrittweise Erhöhung der Kostenbeteiligung
Die Berechnungen beziehen sich auf eine durchschnittlich gedämmte Wohnung mit einer Fläche von 80 Quadratmetern. Ab dem Jahr 2029 müssen Vermieter demnach mit einer jährlichen Belastung von 330 Euro rechnen. Dieser Betrag entspricht einem Anteil von 27 Prozent der gesamten Heizkosten, die für die Erdgasnutzung in einer solchen Wohneinheit pro Jahr anfallen.
In den darauffolgenden Jahrzehnten ist mit einer weiteren Verschärfung der finanziellen Lasten zu rechnen. Bis zum Jahr 2035 prognostiziert die Untersuchung einen Anstieg des vermieterseitigen Kostenanteils auf jährlich 547 Euro. Ihren vorläufigen Höchststand erreichen die Kosten im Jahr 2045 mit kalkulierten 761 Euro im Jahr.
Risikoaufschläge bei unzureichendem Energiestandard
Sollten sich die Rahmenbedingungen besonders nachteilig entwickeln, droht den Eigentümern laut den Berechnungen im ungünstigsten Fall sogar eine jährliche Summe von rund 1.194 Euro. Für Gebäude, die über keinerlei energetische Dämmung verfügen, dürften die finanziellen Aufwendungen sogar noch weitaus höher ausfallen.
Als wesentliche Ursache für diese finanzielle Entwicklung werden die Vorgaben des neuen Heizungsgesetzes sowie die entsprechenden Regelungen zur Modernisierung von Gebäuden angeführt. Diese nehmen Vermieter verstärkt in die Pflicht, wenn fossile Brennstoffe genutzt werden.
Einordnung der Redaktion: Für Vermieterinnen und Vermieter zeigt diese Datenlage deutlich, dass das Festhalten an fossilen Gasheizungen langfristig zu einer spürbaren Renditeminderung führt. Da ein erheblicher Teil der Heizkosten nicht mehr vollständig auf die Mieterschaft umgelegt werden kann, gewinnt die energetische Sanierung des Immobilienbestands stark an wirtschaftlicher Relevanz. Kaufinteressierte sollten bereits beim Erwerb den energetischen Zustand und die installierte Heiztechnik genau analysieren, um unkalkulierbare Folgekosten in den kommenden Jahrzehnten zu vermeiden.
